Ihr macht euch ja keine Vorstellung wie BÜROSPIELEN geht

Es ist verdammt schnell das Windows7 oder das MAC Book Pro. Trotzdem stehen wir ganz am Anfang. Das, was wir im Social Media erfahren, die Flut von Infos und Eindrücken. Für die einen scheints bedrohlich - mich stimuliert's. 'Antennagate' bewegt die Welt, während der Grossteil sich immer offensichtlicher der Tätigkeit des Büro-Spielens hingibt. Meetings und karrierte Blocks statt Blogs. Systeme von grosser Komplexität, die vernünftiges Handeln unterbinden, müssen von vielen Abteilungen gebändigt werden. Die Sekretärin (vom Aussterben bedroht) hört Webradio und verzögert damit das Versenden einer 8 MB-Powerpoint. Sie hat nur fünf Slides, aber die Schnappschüsse des neuen Produktes - mit der fetten digitalen Nikon vom Chef persönlich geschossen - haben 2.6 MB pro Bild. Wer sich nicht in dem IT-Karussell bewegt, der verbringt seine Gedanken im Mind-Manager. Nicht dass ich was gegen dieses Tool hätte -es ist genial, aber was längst auf Facebook/Google/Twitter/WiKi FACT ist, wird hier mühsam in eine völlig beliebige Ordnung gebracht. Es gibt aber im digitalen Netzwerk keine Ordnung mehr. Kein oben kein unten, denn alles ist sowieso miteinander verlinkt. Warum also versuchen die Teilaspekte die mich zufällig oder aus Fleiss erreichen ihrer perfekten Anordnung im ALLES entreissen und eine völlig lückenhafte Teilwelt als Mindmap erschaffen, statt eine Stunde pro Tag stumbledupon zu drücken. KLAR weil Surfen im Netz während der Arbeitszeit eigentlich verboten ist. Besser eine Lösung zu erfinden, als eine zu finden? Jetzt wirds schwierig. Erfinden ist grundsätzlich das Grösste, aber auch hier muss ich heute verdammt gut informeirt sein, um nicht bereits Erfundenes zu erfinden. Man könnte z.B. ein Büro erfinden das nicht nur ein Drittel des Tages genutzt wird. Die restlichen 16 Stunden/Tag und 48-Weekend-Stunden blasen wir Energie und Ressourcen raus, dass es schmerzt. Der Wachmann, der die Immobilie schützt wird zunehmend von HiTech-Solutions abgelöst. Gibts schon. Klar. IBM und Co kenne ich. Homeoffice, Conference Call -und wieder siegt das Monster-Video-Spiel: Es geht um Zahlen und Systeme und Vorgaben und erreichte Ziele. Erfindungen derer die das Büro-Spielen am besten beherrschen und oben bleiben wollen oder dabei bleiben wollen oder nicht zuständig sein wollen.

Was rege ich mich auf. Verteiltes Know-How auf viele Abteilungen bringt natürlich ein bisschen Platz zum Atmen, denn man kann ja erstmal den Fall prüfen und spätestens am nächsten Tag einen Grund vortragen, warum ein anderer zuständig oder schuld ist.

Nicht vergessen, das Wochenendseminar - äh Workshop mit dem immer gleichen Resultat: "Die Kommunikation muss besser werden." Am lautesten gefordert von denen, die alles was wirklich wichtig wäre für sich behalten und die, die es betrifft im cc vergessen.

Leise und ohne Friktionen schiessen die Kleinunternehmer- nennen wir sie einfach mal Dynamiker - auf der Standspur an den Bürospielern vorbei. Während diese noch auf Parkplatzsuche das Quartier verpesten, haben die, die von zuhause arbeiten und immer ereichbar sind, die ersten Abschlüsse gemacht oder gehen an Ihre Statistik und sehen, dass schon wieder sounsoviel Leute bei Ihnen bestellt oder etwas downgeloaded haben. Aber mit 8 Stunden täglich und 48 Stunden Weekend kommen die nicht aus. Während die Bürospieler sich über den Blackberry beugen und sich darüber aufregen, dass sie am Wochenende Mails bekommen - meist von diesen Beratern und Dynamikern, die das nächste Workshop vorbereiten sollen - werden 100 tausende von Tweets rausgeballert, die zur Verdichtung der Mega-Infotrends beitragen (mehr nicht). Weltweit.

Aber ohne die Bürospieler wären da wieder viele Dynamiker völlig ohne Perspektive. Wem sollen sie denn die rettende Solution verkaufen? Wen sollen sie coachen?

sebiturbo 2010

Es ist die  DIGITALE HEIMAT

Durch das Kommunizieren im Web entsteht eine grosse Transparenz. Man entwickelt ein Gespür für echt und fake.  Man findet "seine" Leute auf facebook, Twitter etc. In diesem Umfeld entsteht eine digitale Heimat. Dort kennt man sich (aus). Sobald man ähnliche Denkansätze spürt entsteht ein offener Austausch. Wer nicht dazugehört wird ignoriert, weggeklickt oder geblockt.

Heute bin ich mit dem Milchaufschäumer von Tchibo hoch zufrieden. Das twittere ich in die Welt hinaus. Wer mir traut (oder mit folgt) wird sich das Teil angucken oder mich fragen. So entsteht eine sehr persönliche Identifikation mit den Marken, den Produkten und den Anwendern.

 Ich möchte auf diese Verschmelzung nicht mehr verzichten. Denn es ist wie zuhause. Der Nachbar steht auf seine Jura, ich steh auf die Senseo, gemeinsam schimpfen wir auf die Nespresso, wegen der Alukapseln. Und wegen Nestle - ihr wisst schon das sind die, die Trinkwasser als Lebensmittel verkaufen (wollen) weltweit.

Klassische Werbung wird kontrolliert und wir werden vom Gesetzgeber geschützt, indem wir WERBUNG im Print und im TV/Radio kenntlich machen. Das ist aber eigentlich Quatsch, denn wir sind nicht mehr bei Persil im Jahr 1920, sondern im digitalen Vor-Zeitalter.

Logische Folge: Weils im Web soviel Spass macht sich ohne Regelment (ausser die guten Sitten, bitte) auszutauschen, unterhält man sich auch über Konsum und Dienstleistung und deren Qualität. Hochgeschätzte Journalisten empfehlen oder kommentieren Apple-Produkte, ohne "Dauerwerbesendung" im Blog einzublenden und schicken mir den Link. Da wären intelligente Unternehemen ganzschön blind, wenn sie nicht in dieser Welt auch gezielt persönliche PR machen würden. Es funktioniert auch hier am besten, wenn der CEO wirklich (mit-) twittert oder wenigstens seine Tweets mit einem Kommunikatonsstab abstimmt (Obama). So einfach ist (zumindest ein kleiner Teil des) Social Media Marketing.

Und. Auch hier wird Fleiss und Ehrlichkeit - und nur das - belohnt

sebiturbo 2009